In den letzten Jahren ist das Thema Einwandererkriminalität in Belgien aus der Tabuzone herausgetreten. Was früher nur in geschlossenen politischen Kreisen diskutiert wurde, wird heute offen von Bundesmedien, Richtern und der Polizei berichtet – mit Hinweisen auf steigende Straßenkriminalität, Drogenhandel, Diebstähle und überfüllte Gefängnisse.
Ich bin Alex und verfolge die Situation in Belgien seit mehreren Jahren. Ich habe mit Menschen in Brüssel, Antwerpen und Lüttich gesprochen und kann ehrlich sagen: Das Sicherheitsgefühl der Einwohner hat stark abgenommen. Die Menschen sind vorsichtiger geworden, nachts nach Hause zu gehen, meiden bestimmte Viertel und sagen immer häufiger, dass der Staat nicht schnell genug auf die Veränderungen reagieren kann.
Laut der belgischen Bundespolizei wurden 2024 mehr als 902.000 Straftaten registriert (Belgische Bundespolizei). Obwohl die Gesamtkriminalität leicht zurückgegangen ist, gibt es deutliche Zuwächse bei Cyberkriminalität, Taschendiebstählen, Ladendiebstählen, Belästigungen und Straßenüberfällen. Besonders auffällig ist dies in Brüssel, wo die Behörden den Anstieg von Schießereien mit Drogenbanden in Verbindung bringen.
Die Behörden weisen außerdem zunehmend auf den hohen Anteil von Ausländern in den Gefängnissen hin. Laut belgischem Justizvollzugssystem sind über 41 % der Inhaftierten Ausländer (Belgischer Justizvollzug). Gleichzeitig arbeiten die belgischen Gefängnisse mit mehr als 120 % ihrer offiziellen Kapazität.
Warum das Thema so dringlich geworden ist
Ich habe oft denselben Satz von Bekannten in Belgien gehört: „Früher waren solche Vorfälle selten, jetzt gibt es fast jede Woche Nachrichten über Schießereien oder Angriffe.“ Dieses Problem ist besonders in Großstädten und Vierteln mit hohem Migrantenaufkommen, illegalem Handel und Drogenaktivitäten sichtbar.
Betroffene Gebiete:
- Brüssel – Die Stadt verzeichnet häufig Schießereien zwischen kriminellen Gruppen, die mit dem Drogenhandel verbunden sind. Bestimmte Viertel tauchen regelmäßig in Kriminalitätsberichten auf.
- Antwerpen – Belgiens größter Hafen bleibt ein wichtiger Eingangspunkt für Kokain nach Europa. Die Polizei führt regelmäßig Razzien gegen Drogennetzwerke durch und verhaftet Mitglieder internationaler krimineller Gruppen (Bundespolizei Antwerpen).
- Lüttich – Die Stadt kämpft mit zunehmenden Diebstählen, Straßenkriminalität und Drogenhandel.
- Charleroi – Die Bewohner berichten zunehmend über Verschlechterungen der Sicherheit, insbesondere in bestimmten Stadtteilen.
- Bereiche um Bahnhöfe, U-Bahn-Stationen und große Verkehrsknotenpunkte – Hier kommt es besonders häufig zu Taschendiebstählen, Übergriffen, Betrug und illegalem Handel.
In den letzten Jahren hat die Zahl der drogenbedingten Schießereien in Brüssel stark zugenommen. Antwerpen bleibt ein zentraler europäischer Hafen für Kokain, was den Einfluss krimineller Gruppen stärkt. Sicherheitsprobleme werden auch in Gent, Mechelen und Namur zunehmend diskutiert, wo die Einwohner über mehr Straßenkriminalität und ein sinkendes Sicherheitsgefühl klagen.
Besonders besorgniserregende Straftaten
Wenn Belgier über steigende Kriminalität sprechen, meinen sie meist mehrere Deliktarten gleichzeitig. Organisierte Kriminalität, Diebstähle und Gewalt sind besonders in Großstädten auffällig.
| Art der Straftat | Veränderung im letzten Jahr | Wo am stärksten |
| Drogenhandel & Straßenbanden | Anstieg vs. 2023 | Brüssel, Antwerpen |
| Taschendiebstahl | +13,1% | Brüssel, Bahnhöfe, Touristenbereiche |
| Ladendiebstahl | +3,2% | Großstädte |
| Straßenüberfälle & Raub | Anstieg vs. 2023 | Brüssel, Lüttich, Charleroi |
| Illegale Migration & gefälschte Dokumente | Anstieg der Ermittlungen | Grenzregionen, Großstädte (Belgisches Einwanderungsamt) |
| Menschenhandel & illegale Transporte | Anstieg der Strafverfahren | Brüssel, Antwerpen |
| Betrug & Cyberkriminalität | +3,5% | Belgienweit |
| Belästigung & Bedrohungen | +6,8% | Brüssel, Wallonien |
| Schießereien auf der Straße | Anstieg vs. 2023 | Brüssel |
Die Trends der letzten Jahre zeigen, dass viele Straftaten in bestimmten Vierteln Belgiens zunehmend Teil des Alltags werden. Sicherheit wird so für die Bevölkerung zu einem zentralen Anliegen.
Wie die Bevölkerung reagiert
In den letzten Jahren hat sich die Einstellung der einheimischen Belgier zu Migration und Sicherheit deutlich verschärft. Während man früher versuchte, Kriminalität nicht mit Migration zu verbinden, wird das Thema nun offen in Familien, am Arbeitsplatz, in lokalen Gemeinschaften und in sozialen Netzwerken diskutiert.
Typische Aussagen der Bewohner:
- „Früher bin ich nachts unbesorgt nach Hause gegangen, jetzt meide ich bestimmte Viertel in Brüssel.“
- „Bahnhöfe und U-Bahn-Stationen sind deutlich gefährlicher geworden als vor ein paar Jahren.“
- „Jede Woche gibt es Nachrichten über Schießereien, Drogen oder Angriffe.“
- „Politiker haben zu lange so getan, als gäbe es kein Problem.“
Diese Unzufriedenheit ist besonders in Brüssel, Antwerpen und Charleroi spürbar. Die Menschen beklagen zunehmende Aggression auf der Straße, steigende Diebstähle und eine Verschlechterung der allgemeinen Atmosphäre in ehemals ruhigen Vierteln.
Als Experte sehe ich das Hauptproblem nicht nur im Anstieg der Einwandererkriminalität, sondern auch in der wahrgenommenen Straflosigkeit. Wenn Straftaten wiederholt werden, ohne dass Strafen abschreckend wirken, sinkt das Vertrauen in den Staat.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Mehrheit der Migranten nicht in Kriminalität verwickelt ist. Die meisten kommen nach Belgien, um zu arbeiten, zu studieren und ein neues Leben aufzubauen. Wenn die Behörden jedoch nicht schnell gegen kriminelle Netzwerke vorgehen, wird sich das Problem nur verschärfen.
Warum die Behörden strengere Maßnahmen erwägen
Belgische Politiker schlagen heute Maßnahmen vor, die vor wenigen Jahren noch als extrem galten:
- Beschleunigte Abschiebung ausländischer Straftäter – Zuständig ist das belgische Einwanderungsamt (link).
- Strengere Grenzkontrollen – Zuständig sind der Föderale Öffentliche Dienst Inneres (FPS Inneres) und das Einwanderungsamt.
- Schärfere Strafen für Wiederholungstäter – Diskutiert vom Justizministerium (FPS Justiz) und den Staatsanwälten.
- Bau neuer Gefängnisse – Das Justizministerium prüft eine Erweiterung der Gefängnisse wegen Überfüllung (FPS Justiz).
- Internationale Kooperation zur Unterbringung von Gefangenen – Über den Föderalen Öffentlichen Dienst Außenpolitik (FPS Außenpolitik).
- Mehr Polizeistreifen in Problemvierteln – Zuständig sind die Bundes- und Lokalpolizei (Belgische Bundespolizei).
Richter und Staatsanwälte warnen, dass Belgien in den kommenden Jahren mit einer noch ernsteren Sicherheitskrise konfrontiert werden könnte, wenn Drogenhandel und organisierte Kriminalität nicht bekämpft werden.
Einwandererkriminalität in Belgien ist längst kein rein politisches Thema mehr – sie ist eine Realität, die die Bewohner großer Städte täglich spüren.
Fazit
Die Einwandererkriminalität in Belgien ist ein wachsendes Problem: steigende Straßenkriminalität, überfüllte Gefängnisse und die Beteiligung einzelner Migranten an kriminellen Netzwerken verändern die Sicherheitslage erheblich.



